Die Geheimnisse des Valdarno
Kaum hast du das Village verlassen, wirst du vom Reichtum des Valdarno überrascht. Dieses Tal, durchquert vom Arno, ist ein echtes Mosaik aus Landschaften und fasst die ganze Seele der Toskana zusammen: sanfte Hügel mit Bauernhäusern, ein außergewöhnliches künstlerisches Erbe, edle Weinberge und kulinarische Spitzenklasse. Erkunden kannst du all das zu Fuß, auf dem Pferd oder mit dem Rad.
Eingebettet zwischen dem Pratomagno im Norden und den Chianti-Hügeln im Süden, versteckt sich hier so mancher Schatz: unberührte Naturschutzgebiete, mittelalterliche Dörfer, stimmungsvolle romanische Kirchen und die eindrucksvollen Balze.
Ein Highlight ist Montevarchi: Die Collegiata San Lorenzo bewahrt die Reliquie der Heiligen Milch – der Legende nach von Maria selbst. Weiter geht’s zum Paläontologischen Museum mit einem echten Mammutschädel und zur prachtvollen Jugendstil-Villa Masini, bekannt aus dem Film Das Leben ist schön. Und auf dem Mercatale – einem der ersten überdachten Bauernmärkte der Toskana – gibt’s alle lokalen Köstlichkeiten.
In San Giovanni Valdarno, der Geburtsstadt Masaccios, erwarten dich die Plätze Cavour und Masaccio, der Palazzo Pretorio, das Museo delle Terre Nuove, das Museum der Basilika Santa Maria delle Grazie und Casa Masaccio, natürlich das Geburtshaus des Künstlers.
Neben weiten Landschaften, Olivenhainen und Rebstöcken hat das Valdarno auch echte Westernkulisse zu bieten: die Balze. Diese Felsformationen entstanden durch Erosion. Die SP85 „Sette Ponti“ bei Castelfranco Piandiscò oder die SP8 ab San Giovanni Valdarno bieten die besten Ausblicke. Besonders spektakulär: von Piantravigne aus. Oder mach eine Wanderung auf dem Sentiero dell’Acqua Zolfina, ein 6-km-Rundweg ab Castelfranco. Sehenswert sind auch Loro Ciuffenna, ein Dorf mit einer alten Mühle an der Via dei Setteponti, und die wichtigste romanische Pfarrkirche des Valdarno, San Pietro a Gropina.

Pieve di Gropina: romanische Pfarrkirche
Die Landschaft des Chianti
Was dir als Erstes auffällt, wenn du in die Chianti-Hügel kommst, ist die Harmonie, die Ruhe und die enge Verbindung zur Landschaft – sie umhüllt und prägt hier alles.
Jede Kurve – und davon gibt’s viele, oft auf Schotterstraßen – führt dich in ein neues Bild: ein verträumtes Dorf hinter dem Wald, eine Villa im Mondlicht, eine Abtei oder Burg, an deren Tor die Moderne nie geklopft hat.
Doch die Hauptrolle spielt hier die Natur: so lebendig, intensiv und kraftvoll, dass der Mensch fast zur Randfigur wird.
Wenn der Mensch hier eingreift, dann nur, um Reben und Olivenbäume zu pflanzen – und daraus diesen kräftigen Chianti-Wein und das intensive grüne Olivenöl zu gewinnen, die zu jedem Essen gehören.
Chianti entdeckt man langsam, im Rhythmus der Natur. Ideal für Wanderer und Radfahrer, die auf alten Nebenwegen verborgene Ecken suchen.
Lass dich am Vormittag vom Panorama treiben, folge den geschwungenen Wegen durch diese harmonische Welt. Willst du Richtung Norden? Dann warten Greve in Chianti und das kleine, charmante Montefioralle. Richtung Süden lockt das Gebiet rund um Radda in Chianti – der Ursprung des Chianti Classico DOCG. Und zum Schluss? Such dir die leckerste Station des Tages aus – an einem der vielen Tische mitten im Herzen des Chianti.

Die Weinberge von Radda in Chianti
Die Meisterwerke von Florenz
Florenz ist eines dieser unentbehrlichen Reiseziele für jeden Reisenden, dank ihres unvergleichlichen Reichtums an Museen, Basiliken und ihrer glorreichen Geschichte, die Tradition mit Modernität vereint. Diese Stadt braucht Zeit, um sie wirklich zu verstehen, aber an einem Tag kannst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen.
Von Giottos Fresken über Werke von Botticelli und Leonardo bis hin zu Michelangelos Skulpturen und der nüchternen Renaissance-Architektur im historischen Zentrum: Der Eindruck dieser Kunstwerke ist sofort spürbar und beeindruckend für jeden, der für die höchsten Ausdrucksformen menschlicher Kreativität empfänglich ist.
Aber Florenz ist noch viel mehr: Der Fluss Arno, der in tausend Schattierungen im Dämmerlicht fließt, seine geheimen Gärten, die hinter imposanten Toren verborgen sind, das handwerkliche Können seiner Artisans, die Fertigkeiten seiner Köche und die lebendige Vitalität seiner Bewohner.
Der Schlüssel, um diese Stadt zu schätzen, die sich beim ersten Blick nicht offenbart, ist Geduld: während du in den langen Schlangen vor den Museen wartest, dich durch die Menschenmengen mit einem Blick nach oben kämpfst, von Kirche zu Kirche hüpfst, auf ein Lampredotto-Sandwich mit einem Glas Wein wartest oder das berühmte Florentiner Steak bestellst. Oder vielleicht findest du einen Platz auf den Stufen des Piazzale Michelangelo beim Sonnenuntergang, wenn die Sonne den Duomo, den Palazzo Vecchio, die Uffizien und die Ponte Vecchio in warme Rottöne taucht und dir eine ungewöhnliche, aber unvergessliche Perspektive der Stadt schenkt.

Piazzale Michelangelo in Florenz